Die Fichte – Sanftheit im Wald

von | Dez 19, 2020 | Natur, Pflanzenportraits, Rezepte, Spiritualität

Geborgenheit . durchatmen . heil werden

Ihr Wurzelsystem nahe am Boden ausbreitend, mit tiefhängenden Ästen, die uns Schutz bieten und zugleich in den Himmel ragend – die Fichte, die Großmutter des Waldes.

Die Fichte ist die Großmutter des Waldes, wie die Tanne der Großvater ist. Sie ist sanftmütig, behütend, liebevoll und schenkt uns Geborgenheit. Wie eben eine Großmutter, die uns einhüllt mit ihrer Liebe und beschützt. Die weise Alte, die unsere Verbindung zur Mutter Erde und zu allen weiblichen Kräften und den Zyklen des Lebens herstellt. Diese Zyklen aber zugleich auch durchbricht, denn die Immergrüne setzt sich, so wie fast alle Nadelbäume, über die Kreisläufe des Lebens hinweg und entfaltet ihre Stärke das gesamte Jahr über. So bringt sie gerade in der dunklen Jahreszeit Schutz und Segen in ein Haus und wächst quasi über die Grenzen hinaus.

Die Fichte ist die Heilerin schlechthin, die uns sanftmütig alles abnimmt und Negatives in Licht transformiert. Sie schafft es selbst unsere Aura zu reinigen.

Früher war man sich dieser Energien durchaus bewusst, worauf auch noch Sprüche wie: „Frau Fichte, hier bring ich dir meine Gichte“ hinweisen.

Heute ist die Fichte doch vielerorts in Verruf geraten, was der Ausnutzung dieses besonderen Baumes geschuldet ist. Denn Fichten in Monokultur sind nicht nur für unsere Waldökosysteme schwächend, sondern auch für die Fichte und ihren Pflanzengeist selbst. So schwächen sie diesen urweiblichen Baum und damit auch das urweibliche Prinzip der Erde.

Deshalb ist es umso wichtiger, sich der ganzheitlichen Wirkung dieses wunderbaren Baumes wieder ins Bewusstsein zu rufen, um so den Baum selbst, aber auch uns zu stärken. Und das Tollste, in Österreich ist sie im Freien beinahe überall zu finden.

 

Neben ihrer feinstofflichen Stärke unterstützt uns die Fichte auch auf körperlicher Ebene. Gerade jetzt, zur kalten Jahreszeit, ist sie gebündelte Pflanzenkraft für unsere Atemwege.

Die wunderbare Fichte wirkt

. schleimlösend
. den Husten stillende
. den Husten lösend
. durchblutungsfördernd
. weitend auf die Atemwege und lässt den Atem tiefer und ruhiger werden
. bei Erkältungen
. wundheilend
. desinfizierend
. schmerzstillend
. nervenstärkend
. bei Gicht und Rheuma.

Wirken die Nadeln vor allem bei Erkältungen, und auch bei Gicht und Rheuma, steckt in den Harzen zusätzlich dazu, wie in allen Baumharzen, eine große wundheilende und desinfizierende Wirkung. Denn die Aufgabe der Harze ist es einen Baum bei Verletzungen vor Keimen zu schützen, die Wunde zu verschließen und den Baum so in seiner Gesundheit zu erhalten.

Wie man die Kraft dieser liebevollen Heilerin zu sich holt

Anwendung findet die Fichte vor allem äußerlich, ein Fichtennadeltee kann aber hin und wieder auch innerlich genossen werden.

. Räuchern – mit seinem warmen, harzigen Wesen, sorgt das Räucherwerk der Fichte für Geborgenheit und bringt Licht mit sich. Über Räucherungen verbinden wir uns sehr stark mit der feinstofflichen Energie einer Pflanze. Auch desinfiziert der Rauch den Raum und vertreibt Keime, auf feinstofflicher, wie auf stofflicher Ebene. Das Harz der Fichte ist mit Abstand das bedeutendste, heimische Räucherharz in unseren Breiten.
. Tee
. Hustensaft (Maiwipferlsaft)
. Ätherische Öle (Raumduft, Dampfbäder, Salben, Inhalationen)
. Pflanzenbäder aus frischem Material
. Inhalation mit ätherischem Öl oder frisch aufgebrühten Pflanzennadeln
. Heilsalben – aus Harz – zur Wundheilung, als Zugsalbe, zur Desinfektion, bei Erkältungen – mit ätherischem Fichtenöl – bei Erkältungen
. Meditationen zu den Pflanzengeistern
. Für Schutz und Segen in Form von Kränzen, Türschmuck, Christbäumen
. Schmuckstück und Talisman, …

Quicktipp: Träufle dir nach dem Aufstehen 3-5 Tropfen Fichtenöl in die Hand (gerne mit etwas Trägeröl vermischt). Verreibe es in den Händen, bis sie war sind und sich das Öl auszubreiten beginnt. Halte dir dann die Handflächen vor Mund und Nase und inhaliere 5x tief – verbindet dich schon am Morgen mit Mutter Erde und den Geistern der Fichte

Rezepturen

Fichtenbäder und Inhalationen

dafür einfach das frische Material in ein Leinen- oder Baumwollsack geben, mit heißem Wasser übergießen, kurz ziehen lassen und die Brühe samt Sackerl ins Badewasser geben oder zur Inhalation verwenden. Ist als Fußbad auch sehr wirksam für die Regenerierung strapazierter Füße und auch diejenigen, die keine Badewanne zu Hause haben kommen so in den Genuss.

Raumspray für freie Atemwege & um die Urweiblichkeit in den Raum zu holen
(auch für die Männer unter uns sehr wichtig)

. 75 ml (3 Teile) destilliertes Wasser
. 25 ml Alkohol (1 Teil) (Korn, Wodka, …)
. 15 – 20 Tropfen ätherisches Fichtennadelöl (oder nach Bedarf)

Alles in einen Zerstäuber füllen und vor jeder Anwendung gut mischen. Hält sich etwa 2 Wochen. Nicht in die Augen sprühen! 

Kann für einen noch besseren Duft gerne mit anderen ätherischen Ölen wie Orange (bringt Lebensfreude), Zitrone ( …), Nelke (desinfiziert), Zimt (…) oder worauf auch immer man Lust hat, ergänzt werden.

Fichtenhonig

Eine Handvoll Maiwipferl* in 1/2 kg Honig einlegen und 2 Monate ziehen lassen.

Bei Erkältungen in den Tee geben oder auch einfach so am Brot genießen.

Spezialtipp: Krenn-Honig-Brot – Ein wahres Kraftpaket für das Immunsystem und die Abwehrkräfte ist ein Butterbrot, welches mit dem Fichtenhonig bestrichen und mit frisch geriebenem Kren (oder eingelegtem) bestreut wird.

*Werden, wie der Name schon sagt, im Frühjahr, Mai gesammelt.

Fichtenbalsam für die Seele und den Körper

Bei Erkältungen im Brustraum anwenden oder auf Wunden auftragen

. 100 ml Öl
. 10 g Bienenwachs
. 20 – 30 g Fichtenharz

Harz in Öl auflösen, dann Bienenwachs hinzufügen und ebenfalls auflösen. Gut verrühren und in saubere Tiegel füllen. Verschließen und abkühlen lassen.

! Ist ein Topf einmal mit geschmolzenem Harz in Berührung gekommen, lässt sich dieser anschließend nicht mehr ganz reinigen. Vielleicht findet ihr im Keller, bei eurer Oma oder auch am Flohmarkt ein wertvolles Stück, das einer neuen Bestimmung zugeführt werden kann.

2 Kommentare

  1. Sabine Buchberger

    Liebe Marlies, habe mir jetzt eine Auszeit genommen und Deinen newsletter gelesen! So schön, informativ und gelungen!
    Du bist soviel jünger als ich , aber ich habe das Gefühl dein Wissen ist unendlich;-)
    Freue mich schon auf die nächste Ausgabe!

    Antworten
    • marliesmacher

      Liebe Sabine,
      danke dir vielmals für deine schönen Worte. Das berührt mich sehr und freut mich.
      Jeder hat seine ganz eigenen Stärken und seinen persönlichen Fundus an Wissen.
      So auch du – und gerade weil ich dich auch persönlich kenne, weiß ich, wie bereichernd dein Fundus für diese Welt ist!

      Antworten

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